Blähungen während der Schwangerschaft

Blähungen sind menschlich und kommen, wie wir alle wissen, nicht nur bei Schwangeren vor. Bis zu 40 mal am Tag passiert es, ohne dass wir es in irgendeiner Weise kontrollieren könnten. Während einer Schwangerschaft kann es vorkommen, dass sich diese Frequenz deutlich erhöht. Der Bauch passt nicht mehr in die Hose, auch wenn der Babybauch eigentlich noch gar nicht zu sehen ist. Dies haben werdende Mütter dem Hormon Progesteron zu verdanken, welches besonders am Anfang der Schwangerschaft vom weiblichen Körper in höherer Dosis produziert wird als normal. Progesteron ist dazu da, um das weiche Muskelgewebe zu entspannen, und dazu gehören natürlich auch die Muskeln des Magen-Darm-Traktes. Der Verdauungsprozess wird also verlangsamt und es kommt zu Aufstoßen, Völlegefühl und den berüchtigten, unerwünschten Darmorchester. Im späteren Verlauf, wird die Magenhöhle von der wachsenden Gebärmutter zusammengedrückt, was dazu führen kann, dass zu den vorhergehenden Beschwerden zusätzlich noch Verstopfung und Sodbrennen dazukommen können.

Woher kommen Flatulenzen?

Gase entstehen im Verdauungstrakt auf 2 unterschiedliche Art und Weise. Der Prozess bei dem die Nahrung im Darm von Bakterien zerlegt wird, lässt Gase entstehen, die sich wie alle anderen Abfallprodukte des Körpers seinen Weg nach draußen suchen. Außerdem gelangt Luft auch in den Verdauungstrakt indem Luft beim Essen oder Sprechen heruntergeschluckt wird. Diese Luft wird meistens durch Aufstoßen wieder entsorgt. Ein kleiner Anteil dieser geschluckten Luft bahnt sich jedoch seinen Weg weiter bis in den Dickdarm und möchte dann hinaus gelassen werden. Hauptsächlich windet es jedoch, weil die Nahrung im Magen und Dünndarm von den Enzymen nicht gänzlich verdaut wird und sie im Dickdarm dann von Bakterien zermalmt werden muss.

Welche Lebensmittel begünstigen Gase?

Hier sind die größten Übeltäter: Die Kohlenhydrate. Fette können zum Völlegefühl beitragen aber grundsätzlich sind Fette und Eiweiße nicht für Darmwinde verantwortlich.

Ernährungswechsel?

Während einer Schwangerschaft ist es ernähungstechnisch am wichtigsten alle nötigen Nährstoffe zu sich zu nehmen, die für die optimale Entwicklung des Säuglings vonnöten sind. Dennoch können gewisse Nahrungsmittel die zu Flatulenzen führen, in geringerem Maße zugeführt werden. Um genau herauszufinden welches Nahrungsmittel besonders ‚windet‘, kann es auch ratsam sein eine Art Tagebuch zu führen. Zu den Gasbildenden Nahrungsmittel können Artischocken, Brokkoli, Bohnen, Pflaumen oder auch Spargel gehören. Alle diese Gemüsearten enthalten einen Zucker der unter dem Namen Raffinose bekannt ist und bei vielen Menschen unangenehme Blähungen hervorrufen kann. Aber auch Birnen, Zwiebeln und bestimmte Getränke können dazu führen. Andere Menschen reagieren besonders empfindlich auf Stärke (Kartoffeln, Nudeln) oder Ballaststoffe (Früchte, Haferflocken). Die 2 Ausnahmen in diesen Kategorien sind Reis und Weizenkleie (ideal bei Verstopfung, da es vom Verdauungssystem nicht in seine einzelnen Bestandteile zerlegt wird). Sehr fettige oder frittierte Speisen verlangsamen den gesamten Verdauungsprozess und sorgen für unerwünschtes Völlegefühl.

Was kann man tun?

Große Mahlzeiten sollten vermieden werden. Stattdessen sollten mehrere kleine Mahlzeiten die über den Tag verteilt sind, bevorzugt werden.
Sobald die Lebensmittel im Mund mit dem Speichel in Berührung kommen, findet der erste wichtige Schritt der Verdauungskette statt: Deswegen ist Kauen auch so wichtig. Überhastetes Essen begünstigt also nicht gerade die Verdauung und außerdem schluckt man mehr Luft mit runter, wenn man schnell isst. Auch die Körperhaltung spielt beim Essen eine wichtigere Rolle als man zuerst vielleicht vermutet. Egal ob im Sitzen oder im Stehen, eine aufrechte Haltung verhindert, dass der Magen zusammengedrückt wird.
Der Süßstoff Sorbitol verursacht Gase, Aufstoßen und kann auch zu Durchfall führen. Man findet ihn in verschiedenen Kaugummisorten.
Zu viel Fruchtzucker kann starke Blähungen hervorrufen. 60 g reichen täglich völlig aus. Bewegung regt den Verdauungstrakt an, ein kleiner Spaziergang reicht völlig aus. Rauchen regt die Produktion von Speichel an, was zu verstärktem Schlucken führt. Kohlensäurehaltige Getränke und Kaffee können auch das Beschwerdebild verschlimmern.
Einengende Kleidung ist weder für die Verdauung noch für das Kind angenehm.

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