Luft im Bauch

Luft im Bauch- ein Tabu das jeden betrifft

Luft im Bauch, ein Thema das alle Menschen kennen und über das niemand sprechen möchte. Dabei gibt es keinen Grund das dieses Thema einem peinlich sein sollte. Zuerst einmal ist Luft im Bauch etwas ganz normales. Die in der Darmflora enthaltenen physiologischen Bakterien, wie beispielsweise Lactobazillen oder Bifidokeime, produzieren Verdauungsgase beim zersetzen der Nahrung. Wie viel Gas dabei entsteht hängt von der Art der Nahrung und deren Beschaffenheit und Zusammensetzung ab. Fettes Essen oder auch ballaststoffreiche Nahrung sorgen für eine erhöhte Produktion von Verdauungsgasen. Wer zu viel oder gar zu schnell ist verschluckt beim essen Luft. Egal welche Ursache die Luftansammlung hat, sie äußert sich durch Bauchschmerzen, ein Völlegefühl oder Blähungen. Normalerweise entweicht die im Magen-Darm-Trakt überschüssige Luft über ein Aufstoßen oder wird vom Darm aus über die Blutbahnen abtransportiert und anschließend über die Lunge wieder abgeatmet. Doch wenn ein bestimmtes Maß an Luft sich angesammelt hat, bleibt dem Rest nur noch der Weg durch den Darm und über den Enddarm als Blähung hinaus. Ein gestörter Darm kann der Luft allerdings im Weg sein.

Gründe für eine gestörte Darmtätigkeit

Die Darmflora und die in ihr enthaltenen Bakterien geraten schnell aus dem Gleichgewicht. Wie man inzwischen weiß spielt der Darm eine wichtige Rolle bei der Immunabwehr. Einflüsse von Außen (Bakterien, Toxine, Keime) gelangen über die Nahrung in den Darm. Dort erfüllen die „guten“ Darmbakterien dann eine Barrierefunktion, fangen diese Stoffe ab und machen sie für uns unschädlich. Ist die Darmflora aber gestört können sich „schlechte“ Bakterien vermehren . Diese produzieren dann Gär- und Faulgase. Das Resultat sind Bauchschmerzen, Blähungen und Durchfälle. Die Darmflora kann durch verschiedene Ursachen gestört werden. Wie vorhin bereits erwähnt können zu fette Speisen oder Fast Food eine Ursache sein, die in ihnen enthaltenen Fettsäuren werden zu Darmgasen verarbeitet. Auch rohes Gemüse oder Vollkornprodukte sind für den Darm schwer zu verdauen. Doch auch Nahrungsmittelunverträglichkeiten können Grund für Beschwerden sein. Am häufigsten sind diesbezüglich eine Fruktoseintoleranz , Lactoseintoleranz oder Zöliakie. Wer solch eine Unverträglichkeit hat und das entsprechende Nahrungsmittel zu sich nimmt bekommt Entzündungen im Darm und die „schlechten“ Bakterien haben freie Bahn. Bei solchen Unverträglichkeiten sind neben Luftansammlungen, auch Unregelmäßigkeiten beim Stuhlgang oder sogar Durchfälle auftretende Symptome. Doch auch ein Reizdarm kann Ursache für viele Beschwerden sein. Wenn das Völlegefühl und die Bauchschmerzen zuviel werden kann es unter Umständen auch daran liegen, dass der Darm sich zu sehr verkrampft und die Luft einklemmt. Auch eine Verstopfung, Verengungen durch Narben, Entzündungen oder Geschwülste hindern die Luft am entweichen. Ist die Luft längere Zeit im Bauch eingeklemmt oder versperrt kann es sogar zu weiteren Symptomen kommen. Überblähung, Atemnot durch den Druck im Bauchraum, Herzbeklemmungen, Schmerzen in der Brust, Schweißausbrüche und sogar Schwindel können auftreten. In seltenen Fällen können auch eine Darmlähmung oder gar ein Darmverschluss Ursache dieser Beschwerden sein.

Erste und zweite Hilfe bei Luft im Bauch

Wer regelmäßig unter Beschwerden leidet kann im Vorfeld einiges tun um dem entgegenzuwirken. Wer kaut, verdaut. Die Zersetzung der Nahrung beginnt im Mund und wer langsam ist und ordentlich kaut, nimmt dem Magen-Darm-Trakt einiges an Arbeit ab. Das man genügend trinken sollte ist schon lange bekannt, denn eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr hilft ebenfalls bei der Verdauung. Auch die Wahl der richtigen Lebensmittel und regelmäßige Essenszeiten steigern das Wohlbefinden. Es gibt aber auch einige Hausmittel die einem Linderung verschaffen können. Zur Vorbeugung kann man beispielsweise einen Essigtrunk aus zwei EL Apfelessig und zwei TL Fenchelhonig, aufgelöst in einem Glas lauwarmen Wasser vor dem Essen in kleinen Schlucken trinken. Ist es bereits zu spät und die Luft ist schon zuviel kann man diversen Tees wie Kümmel, Fenchel, Anis, Thymian, Melisse oder Ingwer den Magen-Darm-Trakt entspannen und sich so Linderung verschaffen. Auch zwei Stängel Petersilie oder etwas Papaya nach dem Essen gekaut sollen der Verdauung mittels enthaltener Enzyme helfen und Beschwerden im Bauch vorbeugen. Eine Bauchmassage kann bei Krämpfen oder auch Verstopfung helfen. Dazu sollte man sich einfach auf den Rücken legen und mit etwas Öl (Kümmel oder Minze) auf den Fingern, kreisend um den Bauchnabel herum massieren. Dazu erst kleine Kreise um den Bauchnabel ziehen und dann immer größer werden. Bis der größte Kreis vom Schambein bis zum Rippenbogen reicht und dann wieder kleiner werden. Auch pflanzliche Bittermittel aus der Apotheke die Tropfen aus Enzianwurzel oder Tausendgüldenkraut enthalten, entspannen die Muskulatur im Bauchraum. Auch wer sich regelmäßig bewegt tut seiner Verdauung etwas Gutes. Sollten die Beschwerden dennoch anhalten oder ein extremes Maß annehmen empfiehlt es sich einen Arzt aufzusuchen und mit ihm die Ursachen abklären zu lassen. Eventuell kann eine Nahrungsumstellung im Anschluss Abhilfe schaffen und dafür sorgen das man sich wieder gesund und fit fühlt.

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