Starke Blähungen

Blähungen kennt sicher fast jeder Mensch. Sie sind unangenehm aber grundsätzlich erst einmal nichts besonderes. Zuviel Luft im Bauch drückt und zwickt und will nach draußen. Dafür wählt sie dann den einzig möglichen Ausgang. Der Mensch pupst – nicht gerade schön und auch nicht wohlriechend, aber eben auch nichts Schlimmes. Es gibt aber auch Blähungen, die auf eine Krankheit hindeuten und behandelt werden müssen.

Die Ursache von Blähungen

Es gibt eine ganze Reihe von Ursachen dafür, dass zuviel Luft im Bauch ist. Eine kann darin bestehen, dass Luft verschluckt wird. Der Mediziner spricht hier von Aerophagie. Aber auch falsche Ernährung und falsche Lebensgewohnheiten können starke Blähungen auslösen. Besonders Kohl, Zwiebeln und Hülsenfrüchte können bei entsprechender Voraussetzung Gase im Verdauungstrakt bilden. Zu üppige, zu fettreiche Mahlzeiten aber auch zuviel Süßigkeiten können ebenfalls dazu führen, dass sich der Bauch bläht. Wenn die vorhandenen Enzyme die Nahrung nicht richtig aufspalten können, bildet sich ebenfalls Gas. Auch zu viele kohlensäurehaltige Getränke, Kaffee und Alkohol stehen im Verdacht, Blähungen auslösen zu können. Das gleiche gilt für eine plötzliche Ernährungsumstellung, besonders auf Vollkorn-Produkte. Wer jahrelang vor allem Weißmehl zu sich nimmt, muss die Umstellung auf das ballaststoffreiche Vollkorn in kleineren Schritten vollziehen, sonst droht ebenfalls ein Blähbauch. Auch Bewegungsmangel, besonders sehr langes Stillsitzen ist förderlich für Blähungen. Das merken zum Beispiel viele Menschen auf Langstreckenflügen oder sehr langen Autofahrten. Es gibt sogar psychologische Auslöser für Blähungen. Negativer Stress wirkt sich nämlich auch sehr stark im Verdauungstrakt aus.

Krankheiten als Auslöser von Blähungen

Eine sehr häufige Ursache von krankhaften Blähungen sind Nahrungsmittel- Unverträglichkeiten und eine geschädigte Darmflora. Wer zum Beispiel unter Laktose-Intoleranz oder Gluten-Unverträglichkeit leidet oder eine durch antibiotische Behandlung gestörte Darmflora hat, leidet häufig auch unter starken Blähungen. Eine weitere Ursache von Blähungen kann auch ein Reizdarm oder eine andere gestörte Funktion des Verdauungstraktes sein. Krankheiten wie chronische Gastritis, Colitis ulcerosa, Morbus Crohn oder das Leaky-Cut-Syndrom haben sehr oft starke Blähungen als begleitende Symptome. Diese treten auch bei Erkrankungen der Bauchspeicheldrüse, bei Leberzirrhose und bei Darmkrebs auf.

Mit Blähungen in ärztliche Behandlung oder nicht

In über 90 Prozent aller Fälle sind Blähungen völlig harmlos. Eine ernsthafte Erkrankung steckt sehr selten dahinter. Gehen Blähungen aber mit wiederholten starken Bauchschmerzen, mit Erbrechen, Durchfall oder Verstopfung einher und treten sie immer unter den gleichen Umständen auf, dann sollte zur Sicherheit ein Arzt aufgesucht werden, der die Ursache abklären und gegebenenfalls die Behandlung einleiten wird.

Hausmittel und rezeptfreie Medikamente gegen Blähungen

Das einfachste Hausmittel gegen Blähungen durch Nahrungsmittel besteht darin, diese Speisen zu meiden. Wer zum Beispiel Bohnen, Linsen, Erbsen oder Weißkraut partout nicht verträgt, sollte sie vielleicht besser meiden oder wenigstens speziell zubereiten. Mit Kümmel, Anis, Koriander und Majoran werden Speisen deutlich bekömmlicher. Hülsenfrüchte sollten vor dem Kochen ausgiebig eingeweicht und lange gekocht werden. Auch gutes Kauen und kleinere Portionen helfen dabei, Blähungen zu vermeiden. Treten sie trotzdem einmal auf, können warme Wickel, die Wärmflasche oder das Heizkissen Hilfe bringen. Auch verschiedene Tees wie Kümmeltee, Kamillentee oder Fencheltee oder eine Mischung aus Tee und Gelbwurz wirken wohltuend und lindernd. Es gibt inzwischen auch sehr gute rezeptfreie Medikamente gegen die unangenehmen Symptome des Blähbauchs und der Darmgeräusche. Dabei werden einschäumende, krampflösende und verdauungsfördernde Medikamente unterschieden. Die einschäumenden Mittel helfen dabei, die Gasbläschen aufzulösen, die bei der Verdauung entstehen. Die krampflösenden Mittel entspannen die Darmmuskulatur und die verdauungsfördernden Mittel enthalten Enzyme, die die Verdauung fördern und so Blähungen vermeiden sollen. Darüber hinaus helfen auch viel Bewegung und sportliche Betätigung dabei, Blähungen zu vermeiden. Ein gesunder Darm, der richtig in Schwung gehalten wird, entwickelt sehr viel seltener Blähungen als ein träger Darm. Sehr wichtig ist es auch, wenn starke Blähungen auftreten, das Pupsen nicht zu unterdrücken sondern zuzulassen. Es muss ja nicht gerade in einer Menschenmenge geschehen, das „stille Örtchen“ oder ein abgeschiedener Platz sind geeigneter. Aber das im Bauchraum vorhandene Gas sollte unbedingt raus, damit man sich wieder besser fühlt.

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