Was tun gegen Blähungen

Ursachen für einen Blähbauch

Blähungen (Flatulenzen) – Sie können Ausdruck einer ernsthaften Erkrankung oder ganz harmlos sein. Sie stellen sie Betroffenen in das soziale Abseits und gehören zu den Tabu Themen in unserer Gesellschaft. Man spricht nicht gerne drüber – und genau das ist falsch.
Die Gase entstehen während der Verdauung und chemischen Zersetzung unserer Nahrungsmittel durch Bakterien. Dabei ensteht hauptsächlich Methan, Wasserstoff und Kolendioxid.
Verschiedene Erkrankungen, bestimmte Lebensmittel oder auch Angewohnheiten lassen jedoch mehr Luft entstehen als üblich. Zu letzterem zählt Stress und ein zu hastiges Essen bei dem zu viel Luft verschluckt wird.
Schwer verdauliche Lebensmittel wie Kohl oder auch verschiedene Hülsenfrüchte lassen ebenfalls viel Gas im Darm entstehen und sorgen für Flatulenzen.
Doch gibt es auch viele verschiedene, teils schweriegende Magen und Darmerkrankungen welche für einen Blähbauch ursächlich sind. Dazu zählen klassiche Darmerkrankungen wie Morbus Crohn, Colitis Ulcerosa, Unverträglichkeiten oder auch ein Reizdarm. Darüberhinaus haben viele anderer Erkrankungen, die auf den ersten Blick gar nicht mit dem Verdauungstrakt in Verbindung stehen als Nebenwirkung eine erhöhte Gasbildung im Darm. Dazu zählen z.B. Rheuma oder Allergien.

Blähbauch bei Babys und Kindern

Säuglinge leiden sehr häufig unter schmerzhaften Gasen im Darm. Dieses tritt besonders in den ersten 3 Lebensmonaten auf und ist auf das Luftverschlucken während des Trinkens zurückzuführen. Aus diesem Grund sollten Säuglinge nach dem Trinken das klassische „Bäuerchen“ machen.
Auch die Dreimonatskoliken führen zu schmerzhaften Flatulenzen im Bauch eines Säuglings. Sie führen zu anfallsartigem Schreien des Kindes eine halbe Stunde nach den Mahlzeiten oder in den Abendstunden. Mediziner gehen als Ursache von einem noch nicht vollständig zuende gereiften Magen und Darmtrakt aus.

Wann zum Arzt?

Blähungen sind in der Regel harmlos. Dennoch können in selten Fällen auch ernsthafte Erkrankungen als Ursache in Frage kommen.
Treten die Flatulenzen mit anderen Symptomen wie Bauchschmerzen, Erbrechen oder verändertem Stuhlgang auf, verschwinden über einen längeren Zeitraum nicht oder treten in bestimmten Zusammenhängen wieder auf, sollten sie einen Arzt aufsuchen.

Strategien gegen einen Blähbauch

1. Verzicht auf schwerverdauliche Lebensmittel und bestimmte Getränke

Jeder verträgt Lebensmittel unterschiedlich gut. Dennoch gibt es eine ganze Reihe von Lebensmitteln die von sehr vielen Menschen nur schlecht vertragen werden können und so für einen Blähbauch sorgen. Dazu zählen

– fettiges Essen
– Kohl- Hülsenfrüchte wieBohnen, Kinsen etc.
– sehr süße Speisen
– Zwilbeln
– Pilze

Auch die Getränkeauswahl sollte bei unklaren Flatulenzen unbedingt überdacht werden. Getränke wie Limonaden, kohlensäurehaltige Mineralwasser, Milchdrinks, eine Reihe von Fruchtsäften und Light – Produkte mit dem Zuckeraustauschstoff Sorbit oder Fruktosezusatz sind Kandidaten für die Streichliste.
Während den Mahlzeiten sollte nichts getrunken werden. Zuviel Flüssiges verdünnt die Magensäfte und nimmt ihnen ihre Wirkung.

2. Langsam Essen und gründlich Kauen

Die Verdauung der Lebensmittel beginnt schon im Mund durch mechanische sowie chemische Zerkleinerung durch Enzyme. Gründliches Kauen und langsames Essen lässt weniger Luft in den Magen- Darmtrakt geraten und den ersten Schritt der chemischen Zersetzung im Mund erfolgen.

3. Pflanzliche Hausmittel gegen einen Blähbauch

Die Natur stellt eine ganze Reihe von pflanzlichen Wikstoffen gegen die Gase im Bauch zur Verfügung. Diese lassen sich am besten in Teeform einnehmen. Fenchel, Gelbwurz, Pfefferminz, Kümmel und Anis haben sich dabei als besonders Wirksam herausgestellt. Den Tee können Sie naürlich fertig kaufen oder selber aus den entsprechenden Samen oder Früchten mit einem Mörser zubereiten.
Zur Vorbeugung von Blähungen kann vor den Mahlzeiten eine Mischung aus zwei Esslöffeln Apfelessig und Fenechelhonig aufgelöst in einem Becher mit warmen Wasser eingenommen werden.

4. Massagen und Wärme

Wärme und Massagen helfen ebenfalls ganz natürlich gegen einen Blähbauch. Die Wärme beruhigt den Darm und führt zu einer Schmerzreduktion. Eine sanfte Mássage in kreisenden Bewegungen, eventuell mit einem Massageöl, bringt die Gase darmaufwärts und lässt diese eher entweichen. Dabei wird am Bauchnabel gestartet und die Kreise immer größer gezogen bis sie am Rippenbogen und Schambein angelangt sind. Dieses sollte solange durchgeführt werden, wie es als angenehm und schmerzlindert empfunden wird.
Auch ein kleiner Spaziergang löst die Gase und lässt diese eher entweichen.

5. Medikamente der Schulmedizin

Sollten keine der Beschriebenen Therapieansätze zu einem Ziel führen, hält auch die Apotheke Präperate gegen einen Blähbauch bereit. Medikamente mit den Wirkstoffen Dimeticon oder Simeticon wirken entschäumend und lösen das Gas im Darm.
Auch krampflösende Wirkstoffe wie Butylscopolamin oder Mebeverin können die Schmerzen lindern. Diese Wirkstoffe sind zum Teil verschreibungspflichtig.

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